Precious - Das Leben ist kostbar

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Infos zum Film

Porträt eines Teenagers mit unzerstörbarem Überlebenswillen
USA 2009
Regie: Lee Daniels
109 Minuten, Farbe
Spielfilm
9. - 10. Klasse

Als kostbar würde die 16-jährige Claireece Jones, genannt Precious, ihr Leben wohl nicht bezeichnen. Den Blick meist auf den Boden geheftet, möchte sie am liebsten unsichtbar sein. Ihre einzige...

Als kostbar würde die 16-jährige Claireece Jones, genannt Precious, ihr Leben wohl nicht bezeichnen. Den Blick meist auf den Boden geheftet, möchte sie am liebsten unsichtbar sein. Ihre einzige Zuflucht sind ihre Tagträume, in denen sie eine umjubelte, strahlende Blondine mit hinreißendem Körper ist. Im wirklichen Leben gibt es keine Hölle, durch die der stark übergewichtige Teenager noch nicht gegangen ist: In der Schule wird sie ausgegrenzt. Von der Mutter erniedrigt und misshandelt und nur als Köchin, Putzfrau und wegen des Geldes von Wohlfahrt zu Hause geduldet. Precious hat ein behindertes Kind von ihrem eigenen Vater, der sie seit ihrer Kindheit regelmäßig vergewaltigt. Er hat seine Tochter mit HIV infiziert und gerade ist sie zum zweiten Mal von ihm schwanger. Deshalb fliegt Precious von der Schule. Dies zumindest erweist sich als Glückfall, denn nun besucht sie – gegen den Willen ihrer Mutter – eine Alternativschule. Die junge und engagierte Lehrerin Miss Rain bringt der Analphabetin nicht nur Lesen und Schreiben bei, von ihr lernt sie auch, sich selbst nicht als wertlos zu empfinden. Gleichzeitig trifft Precious auf eine Sozialarbeiterin, der das Schicksal des Teenagers nicht gleichgültig ist und die sie dazu bringt, ihre unwürdigen Lebensumstände erstmals zu offenbaren. Beide Frauen unterstützen Precious darin, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, hin zu einem selbstbestimmten, glücklicherem Leben.

Der Film ist genauso wenig sentimentale Erlösungsfantasie wie niederdrückendes Sozialdrama. Der große Gewinn liegt darin, dass harter Realismus und gute Unterhaltung keinen Widerspruch bilden. (Philipp Bühler, kinofenster)

Die Autorin Sapphire verarbeitete ihr Erfahrungen als Lehrerin in Harlem und der Bronx in ihrem 1996 erschienenen und 1987 angesiedeltem Romandebüt „Push“, das Lee Daniels in einen kraftvollen Film umzusetzen verstand.

Do 11.11. 10.00 UCI Friedrichshain
Mo 15.11. 10.00 Cineplex Titania – Steglitz
Di 16.11. 10.00 Union – Köpenick
Mi 17.11. 10.00 Karli Kinocenter – Neukölln
Do, Fr 18.+19.11. 11.00 Broadway – Charlottenburg
Do, Fr 18.+19.11. 10.30 Filmtheater am Friedrichshain
Mo 22.11. 12.00 Moviemento – Kreuzberg
Di, Mi 23.+24.11. 10.30 Kino Spreehöfe