Die Farbe der Milch

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Infos zum Film

Ein Film über Liebe und andere Naturkatastrophen
Spielfilm, Norwegen 2004
Torun Lian
94 min., Farbe
Spielfilm nach dem Buch "Ikke naken, ikke kledt" von Torun Lian
4. - 6. Klasse

Die Menschen in zwei Geschlechter zu teilen, war ein Fehler, weil es nicht funktioniert. Das hätte man sich von Anfang an sparen können, meint die 12-jährige Selma. Sie ist fest davon überzeugt,...

Die Menschen in zwei Geschlechter zu teilen, war ein Fehler, weil es nicht funktioniert. Das hätte man sich von Anfang an sparen können, meint die 12-jährige Selma. Sie ist fest davon überzeugt, dass die Liebe im Leben eines Mädchens nur Schaden anrichtet. Selmas Mutter ist bei ihrer Geburt gestorben. Ihre Tante Nora, bei der sie aufwächst, fetzt sich ständig mit ihrem Dauerverlobten Richard und auch sonst scheinen alle Liebenden um sie herum nichts als „Grütze“ im Kopf zu haben. Selma beschließt mit ihren Freundinnen, ihr Leben der Wissenschaft zu widmen und um Gefühle einen großen Bogen zu machen. Doch die Freundinnen werden schwach und auch Selma muss erkennen, dass Wollen und Sehnsucht sich oft in die Quere kommen. Zum einen ist da Andy, mit dem sie sich wunderbar über das Leben, den Tod und andere wichtige Fragen unterhalten kann – rein wissenschaftlich natürlich – zum anderen ist da der geheimnisvolle ältere Praktikant aus Schweden, der seltsame Regungen in ihr hervorruft. Der Sommer in dem kleinen norwegischen Küstenort bringt Selma neue Erkenntnisse, die nicht alle streng wissenschaftlich zu werten sind. Charmant und wortgewandt arbeitet sich die Heldin zu einem eigenen Verständnis von Liebe vor. Autorin und Regisseurin Torun Lian spricht mit ihr die verwirrenden Sehnsüchte und Gefühle, die mit dem Übergang von Kindheit zu Jugend verbunden sind, ohne Umschweife an. Dabei trifft sie stets den richtigen Ton und lässt nie einen Hauch von Realitätsferne, Verklärung oder gar Verniedlichung aufkommen.

11.11. 10:00 UCI Friedrichshain
12.11. 10:00 Karli Kinocenter - Neukölln
15.11. 10:00 Cineplex Spandau
15.11. 10:15 CinemaxX Potsdamer Platz
16.11. 9:30 + 13:30 fezino - Köpenick
16. + 17.11. 10:00 Central - Mitte
Filmkritik
von Emmyerdbeere, 23

Kinder sollten im Reagenzglas gezeugt werden, wenn unsere Spezies das mit der Zellteilung schon nicht hinkriegt, so was wie Liebe ist zu vermeiden und letztendlich ist es gar nicht so schlimm,...

Kinder sollten im Reagenzglas gezeugt werden, wenn unsere Spezies das mit der Zellteilung schon nicht hinkriegt, so was wie Liebe ist zu vermeiden und letztendlich ist es gar nicht so schlimm, dass das Y-Chromosom (und damit die gesamte männliche Bevölkerung) irgendwann ausstirbt. Das zumindest findet Selma, zukünftige Nobelpreisträgerin für Fortpflanzungskunde und nebenbei fest entschlossen nie zu Heiraten.

Selma hat es aber auch nicht leicht, ihre Freundinnen scheinen sich in alberne Hühner zu verwandeln, die nichts dabei finden, einen Treueschwur zu brechen und in ihrer Tante Nora findet sie das perfekte Beispiel dafür, dass Liebe die einzige schreckliche Krankheit ist, für die noch keiner ein Heilmittel sucht. Und dabei sollte man meinen, dass man als Zwölfjährige nicht ohnehin schon genügend Probleme hat.

In Selma (Julia Krohn) hat die Farbe der Milch eine ziemlich willensstarke Protagonistin gefunden. Obwohl es dieser weiblichen Ausgabe eines Peter Pans nicht gleich gelungen ist, mich in Bann zu ziehen, so überzeugt sie doch im Laufe des Filmes immer mehr, ihre Wutausbrüche und begeisterten Vorträge zur Biologie können einen einfach nicht kalt lassen. Und obwohl ich während des Films immer wieder das Gefühl hatte, dass dieser versucht mehr zu sein, als er ist, kann ich nur sagen:

ANSCHAUEN UND SELBST ENTSCHEIDEN !