Das weiße Band

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Infos zum Film

"...ein sehr ernsthafter Versuch, etwas über das deutsche Wesen zu erzählen und das in einer angemessenen, klaren Form." (Berliner Zeitung)
Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien 2009
Michael Haneke
145 min, Schwarz/Weiß
Drama
Oberstufe

Deutschland 1913/14. Das Leben in dem protestantischen Dorf im Norden Deutschlands ist von einem quasi-feudalistischen Machtgefüge bestimmt, das vom Baron bis zu den Bauern alle Beziehungen...

Deutschland 1913/14. Das Leben in dem protestantischen Dorf im Norden Deutschlands ist von einem quasi-feudalistischen Machtgefüge bestimmt, das vom Baron bis zu den Bauern alle Beziehungen durchdringt. Vor allem die Kinder des Dorfes sind von diesem System geprägt. Der gewohnte Alltag im Dorf zwischen Arbeit, Gebet und Schule gerät in Unruhe, als sich mysteriöse Unfälle häufen, die immer mehr wie Bestrafungen erscheinen. Es beginnt mit einem schweren Reitunfall des Doktors, dessen Pferd über einen im Gras gespannten Draht stolpert. Bald darauf verunglückt eine Arbeiterin im Sägewerk, ein Schuppen brennt ab und das Kohlfeld des Barons wird verwüstet. Schließlich werden sogar der Sprössling des Barons und der behinderte Sohn der Hebamme misshandelt aufgefunden. Nur der sensible Dorflehrer wagt es, die Rolle der Kinder und Jugendlichen des Dorfes in Zusammenhang mit den furchtbaren Ereignissen zu hinterfragen. Er wird jedoch vom Dorfpfarrer davon abgehalten, seinen Verdacht weiter zu verfolgen. Die Hebamme, die den wahren Täter zu kennen scheint, verschwindet auf dem Weg zur Gendarmerie, ebenso wie der Arzt, seine Kinder und der behinderte Junge. Mit Hilfe der rückblickenden Stimme des Dorfschullehrers erzählt der Film die Geschichte der gewalttätigen Ereignisse und schuldhaften Verstrickungen in einem dörflichen Mikrokosmos, die allegorisch zu einem Gesellschaftspanorama verdichtet werden und auf die politischen Gewaltexzesse des 20. Jahrhunderts verweist.

Fr 12.11. 10.00 UCI Friedrichshain
Mo 15.11. 10.30 CinemaxX Potsdamer Platz
Mi 17.11. 10.00 Cineplex Titania – Steglitz
Do 18.11. 11.00 Cinemotion Hohenschönhausen
Fr 19.11. 11.00 CineStar Hellersdorf
Mo 22.11. 12.00 Kino Krokodil – Prenzlauer Berg
Di 23.11. 10.00 Capitol Dahlem
Di, Mi 23.+24.11. 11.00 Broadway – Charlottenburg
Mi 24.11. 12.00 Moviemento – Kreuzberg
Filmkritik
von Madeleine, 19

In dem Film „Das weiße Band“ des österreichischen Regisseurs Michael Haneke, der 1913/14 spielt, geht es um ein kleines Dorf in Norddeutschland, in dem seit einiger Zeit merkwürdige Vorfälle...

In dem Film „Das weiße Band“ des österreichischen Regisseurs Michael Haneke, der 1913/14 spielt, geht es um ein kleines Dorf in Norddeutschland, in dem seit einiger Zeit merkwürdige Vorfälle geschehen, die die Form ritueller Bestrafungen annehmen. Die typischen Dorfmitglieder wie Pastor, Arzt, Baron und Hebamme erhalten hier extreme Züge. Der Arzt stürzt wegen eines zwischen zwei Bäumen gespannten Drahts vom Pferd, der Sohn des Barons wird stark malträtiert in dem örtlichen Sägewerk aufgefunden. Der Film zeigt wie Extrem die damaligen Erziehungsmethoden waren. Beispielsweise lässt der Pastor seine Kinder ein weißes Band tragen, das ihnen „helfen“ soll, keine bösen Dinge zu tun. Aus der Perspektive des Dorflehrers erzählt zeigt der Schwarzweißfilm wie der Dorflehrer die nach außen hin scheinbare Idylle zu hinterfragen. Das Ende des Films fasst den Beginn des ersten Weltkriegs auf. Was mir an dem Film nicht so sehr gefiel waren die teils minutenlangen stummen Standbilder, die aber andererseits Zeit zum Nachdenken über die zukünftige oder vorangegangene Szene lieferten. Der Film ist auf jeden Fall das Anschauen wert, schon allein, um über Erziehungsmethoden der damaligen Zeit nachzudenken. Den größten Spaß, den der Film mir bereitet hat, war das Rätseln um den Täter im Film nach dem Sehen. Ich wünsche euch viel Spaß beim Angucken.